{"id":60,"date":"2021-01-10T18:52:23","date_gmt":"2021-01-10T18:52:23","guid":{"rendered":"https:\/\/prototype2.broker.ba\/?p=60"},"modified":"2021-03-18T19:07:34","modified_gmt":"2021-03-18T19:07:34","slug":"60","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/2021\/01\/10\/60\/","title":{"rendered":"Epiphanias Fest"},"content":{"rendered":"<p>Liebe\u00a0Leserinnen\u00a0und\u00a0Leser,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">als ich am Mittwoch \u00fcber \u201eZoom\u201c mit einigen aus der Gemeinde im Gespr\u00e4ch \u00fcber das Epiphanias Fest war, habe ich darauf hingewiesen, dass Epiphanias, das \u00e4lteste terminlich festgelegte Fest der Christenheit, als das Fest der erschienenen Herrlichkeit Gottes gefeiert wurde, verbunden mit den biblischen \u00dcberlieferungen von der Anbetung der Weisen aus dem Morgenland (Mt 2,1-12), von der Taufe Jesu (Mt 3,13-17) und von der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1-11). In unserem evangelischen liturgischen Kalender sind diese Evangeliums-Texte f\u00fcr Epiphanias sowie die ersten beiden Sonntage nach Epiphanias vorgesehen.<\/p>\n<p>So gebe ich heute einige Gedanken zum Bericht \u00fcber die Taufe Jesu zu lesen (Mt\u00a03,13-17):<\/p>\n<ul>\n<li>Zu der Zeit kam Jesus aus Galil\u00e4a an den Jordan zu Johannes, dass er sich vonihm\u00a0taufen\u00a0lie\u00dfe.<\/li>\n<li>AberJohannes\u00a0wehrte\u00a0ihm\u00a0und\u00a0sprach:\u00a0Ich\u00a0bedarf\u00a0dessen,\u00a0dass\u00a0ich\u00a0von\u00a0dir\u00a0getauft\u00a0werde,\u00a0und\u00a0du\u00a0kommst zu\u00a0mir?<\/li>\n<li>Jesusaber\u00a0antwortete\u00a0und sprach\u00a0zu\u00a0ihm:\u00a0Lass es\u00a0jetzt\u00a0zu!\u00a0Denn\u00a0so\u00a0geb\u00fchrt\u00a0es\u00a0uns, alle\u00a0Gerechtigkeit\u00a0zu\u00a0erf\u00fcllen.\u00a0Da\u00a0lie\u00df\u00a0er&#8217;s\u00a0ihm<\/li>\n<li>Undals\u00a0Jesus\u00a0getauft\u00a0war,\u00a0stieg\u00a0er\u00a0alsbald\u00a0herauf\u00a0aus\u00a0dem\u00a0\u00a0Und\u00a0siehe,\u00a0da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube\u00a0herabfahren\u00a0und\u00a0\u00fcber\u00a0sich\u00a0kommen.<\/li>\n<li>Undsiehe,\u00a0eine\u00a0Stimme\u00a0aus\u00a0dem\u00a0Himmel\u00a0sprach:\u00a0Dies\u00a0ist\u00a0mein\u00a0lieber\u00a0Sohn,\u00a0an\u00a0dem\u00a0ich\u00a0Wohlgefallen<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hat zum Beginn seines \u00f6ffentlichen Wirkens als Mensch-gewordener Sohn\u00a0Gottes ein besonderes Zeichen gegeben: Er hat sich in die Gemeinschaft der\u00a0s\u00fcndigen Menschen gestellt, die sich von Johannes dem T\u00e4ufer taufen lie\u00dfen und\u00a0damit das Zeichen der Bereitschaft zur Lebens-\u00c4nderung gaben. Jesus wehrte\u00a0damit eine Rolle ab, in der er als Sohn Gottes distanziert von den Menschen h\u00e4tte\u00a0wirken sollen. Nein, der Sohn Gottes ist nicht ein weit entfernter Gott, sondern\u00a0Mensch. Jesus zeigt: Ich bin wahrhaftig Mensch und ich m\u00f6chte wie ein Mensch\u00a0handeln\u00a0und\u00a0behandelt\u00a0werden.\u00a0Mit\u00a0diesen\u00a0Gedanken\u00a0sind\u00a0wir\u00a0mitten\u00a0in\u00a0der\u00a0Auseinandersetzung der Christen in den ersten Jahrhunderten, die ihre Fragen\u00a0kl\u00e4ren mussten: Wie ist es zu verstehen, dass Gottes Sohn Jesus wahrhaftig Gott\u00a0und gleichzeitig wahrhaftig Mensch ist? Hier gab es harte Auseinandersetzungen,\u00a0die mit dem Beschluss auf dem Konzil zu Chalcedon 451 zwar einen dogmatischen\u00a0Schlusspunkt erhielten, aber bis heute nicht f\u00fcr alle Christen v\u00f6llig gekl\u00e4rt sind. Auf\u00a0diesem Konzil bekr\u00e4ftigten die Beteiligten, dass Jesus als wahrer Mensch und\u00a0wahrer Gott \u201ein zwei Naturen unvermischt, unver\u00e4nderlich, ungetrennt und unteilbar\u00a0erkannt wird\u201c. In dem Abschnitt von der Taufe wird deutlich, dass Jesus keine\u00a0Distanz\u00a0zu\u00a0den\u00a0Menschen\u00a0akzeptiert\u00a0\u2013\u00a0auch\u00a0nicht\u00a0zu\u00a0Johannes\u00a0dem\u00a0T\u00e4ufer,\u00a0der\u00a0sich so viel niedriger einsch\u00e4tzt als Jesus und ein paar Verse vorher sagt: \u201eIch bin\u00a0nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen.\u201c Jesus macht in seiner Eigenschaft als Sohn\u00a0Gottes klar,\u00a0dass er\u00a0ebenso\u00a0auf\u00a0die menschliche Stufe\u00a0geh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor Jesus vom Geist in die W\u00fcste gef\u00fchrt wird, l\u00e4sst er sich taufen. Derselbe Geist, der ihn in die W\u00fcste f\u00fchrt, wo er versucht wird, f\u00e4hrt bei der Taufe vom Himmel\u00a0herab\u00a0und\u00a0kommt\u00a0\u00fcber\u00a0Jesus.\u00a0Die\u00a0Taufe\u00a0st\u00e4rkt\u00a0ihn,\u00a0der\u00a0Versuchung\u00a0standzuhalten. Die Taufe geh\u00f6rt zu den Wegmarkierungen in der Epiphaniaszeit.\u00a0Die Herrlichkeit Gottes wird offenbar. Christus wird zur Rechten Gottes sitzen und\u00a0als Weltenrichter Recht sprechen und f\u00fcr Gerechtigkeit sorgen. Wird Weihnachten\u00a0die Geburt Gottes in Gestalt des in Armut geborenen Kindes in der Krippe gefeiert,\u00a0so wird an Epiphanias die Herrlichkeit Gottes betont. In der Geschichte von der\u00a0Taufe\u00a0Jesu wird\u00a0Jesus \u00f6ffentlich\u00a0als\u00a0Sohn\u00a0Gottes\u00a0proklamiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bedenken wir den Text aus dem Matth\u00e4us-Evangelium etwas genauer: Johannes\u00a0der T\u00e4ufer ist ein weithin bekannter Bu\u00dfprediger. Er hat scharfe Worte f\u00fcr die\u00a0Gl\u00e4ubigen.\u00a0Die\u00a0frommen\u00a0Juden\u00a0k\u00f6nnen\u00a0sich\u00a0nicht\u00a0auf\u00a0ihre\u00a0Erzv\u00e4ter\u00a0berufen\u00a0und\u00a0sich damit beruhigen, dass sie in dieser Tradition stehen. Auf die Fr\u00fcchte ihres\u00a0Glaubens kommt es an. Johannes der T\u00e4ufer fordert die Menschen seiner Zeit auf,\u00a0Bu\u00dfe zu tun, denn das Himmelreich, die Endzeit und das Gericht, sind nahe. Sie\u00a0sollen ihre S\u00fcnden bekennen, sich bekehren, ablassen vom unrechten Weg. Wer\u00a0dazu bereit ist, der wird vom ihm getauft. Der Taufe durch Johannes geht ein\u00a0S\u00fcndenbekenntnis\u00a0voraus.\u00a0Jesus,\u00a0der\u00a0ganz\u00a0in\u00a0der\u00a0j\u00fcdischen\u00a0Tradition\u00a0aufgewachsen ist, geht zum Jordan zu Johannes genauso wie die Menschen, die\u00a0dort\u00a0ihre\u00a0S\u00fcnden\u00a0bekennen.\u00a0Bevor\u00a0Jesus\u00a0anf\u00e4ngt\u00a0zu\u00a0wirken,\u00a0will\u00a0er\u00a0sich\u00a0von\u00a0Johannes taufen lassen. Johannes wehrt ab. Wir brauchen uns \u00fcberhaupt nicht\u00a0dar\u00fcber zu wundern, dass Johannes verwirrt ist und Jesus eigentlich nicht taufen\u00a0will. Er versucht, Jesus zur\u00fcckzuhalten, als er in das Wasser steigen will, und sagt:\u00a0in Wirklichkeit bin ich es doch, der von dir getauft werden m\u00fcsste, und da kommst\u00a0du, Sohn Gottes, zu mir. Ich, der ich dir nicht einmal bis an die Kniekehlen reiche,\u00a0sollte dich taufen? Es m\u00fcsste doch umgekehrt so sein, dass du, der Reine, mich,\u00a0den Unreinen, taufst. Oder mit anderen Worten: warum willst du nicht die Rolle\u00a0\u00fcbernehmen, die dir zugedacht ist: n\u00e4mlich Gott zu sein? Aber Jesus sagt nein;\u00a0denn seine Rolle ist eine andere; darum sagt er: \u201eLass es jetzt geschehen! Denn so\u00a0geb\u00fchrt es uns, alle Gerechtigkeit zu erf\u00fcllen.\u201c Alle vier Evangelisten berichten von\u00a0der Taufe Jesu, aber Matth\u00e4us ist der einzige, der einen Dialog \u00fcberliefert. Jesus\u00a0best\u00e4rkt\u00a0Johannes,\u00a0die\u00a0Taufe\u00a0zu\u00a0vollziehen. \u201eLass\u00a0es\u00a0jetzt\u00a0geschehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Taufe wird mit Gerechtigkeit in Verbindung gebracht. Gerecht ist, wer die Gebote Gottes, so wie sie in der Tora \u00fcberliefert sind, befolgt. Wer die Taufe durch Johannes begehrt, hat die Erkenntnis, dass er ges\u00fcndigt hat. Er ist bereit, Bu\u00dfe zu tun und umzukehren. Die Taufe ist ein sichtbares Zeichen f\u00fcr einen Neuanfang. Durch die Taufe ist der T\u00e4ufling von seinen S\u00fcnden gereinigt. Als neuer Mensch taucht er wieder aus dem Wasser auf. Seine S\u00fcnden sind ihm abgewaschen. Jesus ist aber von vorneherein der Mensch ohne S\u00fcnde. Muss er sich \u00fcberhaupt taufen lassen? Er ist ja schon rein. Jesus erf\u00fcllt alle Gerechtigkeit. Er vollzieht hier in der Taufe durch Johannes als der Reine ein f\u00fcr alle Mal die Umkehr, stellvertretend f\u00fcr alle, so wie er am Kreuz zur Vergebung der S\u00fcnden f\u00fcr alle gestorben ist. Jesu Taufe verweist auf seinen Tod. Mit Jesus ist das Gesetz Gottes, die Tora, nicht aufgehoben, sondern erf\u00fcllt. Alle Gerechtigkeit bezieht sich auf alle Gebote Gottes der Tora. Jesus hat alle Gebote erf\u00fcllt, indem er sich ganz dem Willen Gottes hingibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind also nicht einfach sch\u00f6n klingende Worte: \u201eLass es jetzt geschehen.\u201c Es ist echte Solidarit\u00e4t mit unserem Leben, und diese Solidarit\u00e4t lebt er bis zum Kreuz und lebt sie weiter \u00fcber jeden Tod hinaus. Aus diesem Grund der Solidarit\u00e4t mit uns Menschen\u00a0will\u00a0er\u00a0an\u00a0jenem\u00a0Tage\u00a0im\u00a0Jordan\u00a0getauft\u00a0werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Jesus aus dem Wasser heraussteigt, \u00f6ffnet sich der Himmel \u00fcber ihm und Gott\u00a0selbst sagt: Dies ist mein lieber Sohn! \u201eUnd siehe, da tat sich ihm der Himmel auf,\u00a0und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und \u00fcber sich kommen.\u00a0Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an\u00a0dem\u00a0ich\u00a0Wohlgefallen\u00a0habe.\u201c\u00a0(Verse\u00a016-17)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus wird der Himmel ge\u00f6ffnet. Jetzt geht die Bewegung von oben nach unten,\u00a0nachdem sie zuvor von unten nach oben ging. Dadurch, dass Jesus sich taufen\u00a0l\u00e4sst, nimmt er seine Sendung an. \u201eSiehe&#8220; lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was\u00a0jetzt geschieht: Der Himmel tut sich \u00fcber Jesus auf. G\u00f6ttliches wird offenbar. Der\u00a0Geist Gottes kommt wie eine Taube aus dem Himmel herab. Die Taube ist ein Bild\u00a0f\u00fcr Reinheit (vgl. Mt 10,16). Tauben werden als Opfertiere f\u00fcr Reinigungsrituale\u00a0verwendet (vgl. 3. Mose 12,6ff.). Der g\u00f6ttliche Geist ist von Anfang an da. Er\u00a0schwebt \u00fcber den Wassern, bevor Gott die Welt erschuf. Dieser Geist Gottes von\u00a0Ewigkeit\u00a0zu Ewigkeit\u00a0findet zielgerichtet den\u00a0Weg\u00a0zu\u00a0Jesus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein zweites \u201eSiehe&#8220; hebt die Bedeutung dessen hervor, was jetzt kommt: Eine\u00a0Stimme vom Himmel spricht. Es ist die g\u00f6ttliche Stimme, die vernommen wird. Zum\u00a0Sehen kommt das H\u00f6ren. \u201eDies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen\u00a0habe.&#8220; Die Stimme richtet sich \u2013 anders als im Markus- und Lukas-Evangelium \u2013\u00a0nicht an Jesus, sondern an alle, die bei der Taufe dabei sind. Neben Johannes dem\u00a0T\u00e4ufer sind das alle anderen, die zu Johannes gekommen sind, um sich taufen zu\u00a0lassen. Ihnen er\u00f6ffnet sich ein Himmelsereignis. Jesus wird als der Sohn Gottes\u00a0proklamiert. Dass er der geliebte Sohn ist, zeigt sich jetzt vor den Augen der Welt.\u00a0Er\u00a0ist\u00a0der\u00a0Auserw\u00e4hlte,\u00a0an\u00a0dem\u00a0Gott\u00a0Wohlgefallen\u00a0hat,\u00a0dem\u00a0er\u00a0seinen\u00a0Geist\u00a0gegeben hat, der das Recht zu den V\u00f6lkern bringt. Jesus ist der erwartete Messias,\u00a0so wie er schon beim Propheten Jesaja angek\u00fcndigt wird (Jes, 42,1ff). In der Taufe\u00a0wird die Messianit\u00e4t Jesu ausgerufen. Der messianische K\u00f6nig ist zugleich der\u00a0Leidende,\u00a0der\u00a0Heil\u00a0und\u00a0Leben\u00a0bringt,\u00a0ein\u00a0Gerechter,\u00a0ein\u00a0Retter\u00a0und\u00a0Richter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist die Taufe f\u00fcr uns Christinnen und Christen \u00fcberfl\u00fcssig geworden, wenn durch\u00a0Jesus das Gesetz erf\u00fcllt ist? Ist es noch n\u00f6tig, dass wir unsere Kinder zur Taufe\u00a0bringen? Hat Jesus doch ein f\u00fcr alle Mal f\u00fcr unsere S\u00fcnden vollkommen bezahlt!\u00a0Wenn Jesu Taufe gewiss etwas anderes bedeutet als unsere Taufe, so ist unsere\u00a0Taufe dennoch nicht \u00fcberfl\u00fcssig. In der Taufe wird uns unverbr\u00fcchlich Gottes Liebe\u00a0und Vergebung pers\u00f6nlich zugesagt. F\u00fcr uns ist es gut, dieses \u00e4u\u00dferliche Zeichen\u00a0zu haben, das f\u00fcr einen inneren Vorgang steht. Die Taufe ist eine Liebeserkl\u00e4rung\u00a0Gottes an uns. Es ist auch gut und sinnvoll, Kinder zu taufen, obwohl sie noch nicht\u00a0erfassen k\u00f6nnen, um was es geht. Bevor ein Mensch etwas tun kann, bevor er\u00a0glauben und entscheiden, ja oder nein sagen kann, ist Gott schon da mit der\u00a0Entscheidung f\u00fcr uns. Gott kommt uns mit seiner Gnade zuvor. Er sagt auch zu\u00a0jeder und jedem von uns: Du bist mein lieber Sohn, du bist meine liebe Tochter, an\u00a0dir\u00a0habe\u00a0ich\u00a0Wohlgefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst wenn wir uns nicht mehr an unsere eigene Taufe erinnern k\u00f6nnen, so wissen wir doch darum und k\u00f6nnen uns darauf berufen. Wir erleben nicht nur gute und gl\u00fcckliche Tage, wir erleben auch Dunkelheiten und Tiefen. Wir geraten in Anfechtung und fragen nach dem Sinn des Lebens. Wir k\u00f6nnen hin und her gerissen werden, der Boden droht uns manchmal unter den F\u00fc\u00dfen verloren zu gehen, wir wissen oft nicht mehr ein noch aus und zweifeln an uns selbst, verlieren jegliches Vertrauen. Die Taufe kann zu einem Licht in der Dunkelheit werden. Sie\u00a0vergewissert\u00a0uns\u00a0der\u00a0Zuwendung\u00a0und\u00a0Barmherzigkeit\u00a0Gottes.\u00a0Sie\u00a0ist\u00a0uns\u00a0ein\u00a0sicheres Zeichen, dass Gott an unserer Seite steht und uns nicht fallen l\u00e4sst. Sie\u00a0st\u00e4rkt uns, Anfechtungen standzuhalten und Versuchungen zu widerstehen, die an\u00a0uns herangetragen werden. Die Zusage \u201eGott hat an dir Wohlgefallen&#8220; gibt ein\u00a0stabiles Fundament, verschafft Sicherheit und Geborgenheit. Nach seiner Taufe\u00a0f\u00fchrte Jesu Weg in die W\u00fcste, den Ort der Kargheit und Bew\u00e4hrung. Auch uns ist\u00a0nicht dauerndes Gl\u00fcck und immerw\u00e4hrender Erfolg versprochen, aber wir sollen\u00a0wissen, dass Gott uns nicht verl\u00e4sst. Wir sind getauft, wir sind uns seiner Gnade\u00a0gewiss.\u00a0Die\u00a0Taufe\u00a0stellt\u00a0uns\u00a0sichtbar\u00a0vor\u00a0Augen,\u00a0wie\u00a0gro\u00df\u00a0die\u00a0Liebe\u00a0Gottes\u00a0ist.\u00a0Sie\u00a0ist Licht\u00a0in der\u00a0Nacht.\u00a0Sie\u00a0bringt Hoffnung\u00a0und\u00a0Zukunft,\u00a0ist Trost\u00a0und\u00a0Kraft in\u00a0Bedr\u00e4ngnis\u00a0und\u00a0\u00c4ngsten.\u00a0Die\u00a0Herrlichkeit\u00a0Gottes\u00a0wird\u00a0in\u00a0der\u00a0Taufe\u00a0offenbar.<\/p>\n<p>F\u00fcr fast alle christlichen Kirchen in der weltweiten \u00d6kumene gilt die Taufe mit Wasser im Namen oder auf den Namen des dreieinigen Gottes als Akt der Eingliederung in den einen Leib Christi und damit in die Gemeinschaft der einen Kirche. Da \u201edie Kirche\u201c nur in geschichtlichen Kirchen-Organisationen existiert, erfolgt die Aufnahme konkret in eine Konfessionskirche.<\/p>\n<p>Der Gebrauch des Wassers bei der Taufe erinnert sowohl an die Rettung der\u00a0Sch\u00f6pfung aus der Sintflut als auch an die Bewahrung des Volkes Gottes beim\u00a0Durchzug\u00a0durch\u00a0das\u00a0Schilfmeer.\u00a0Ohne\u00a0Wasser\u00a0ist\u00a0menschliches\u00a0Leben\u00a0nicht\u00a0m\u00f6glich; Gott w\u00e4scht ein f\u00fcr allemal die S\u00fcnde ab; Gott rettet aus Not und aus dem\u00a0Tod.\u00a0Das\u00a0alles\u00a0bedeutet das\u00a0Wasser\u00a0bei\u00a0der\u00a0Taufe.<\/p>\n<p>Die christlichen Gemeinden haben von Anbeginn getauft \u2013 auf den Namen Jesu\u00a0Christi\u00a0bzw.\u00a0auf\u00a0den\u00a0Namen des\u00a0dreieinigen Gottes\u00a0(vgl. Mt\u00a028,18-20).<\/p>\n<p>Die meisten Kirchen akzeptieren die Taufe in den jeweils anderen Kirchen. Bei \u00dcbertritten wird nicht noch einmal eine Taufe vollzogen. Das ist uns in der evangelisch-Lutherischen Kirche besonders wichtig: Glaube und Taufe geh\u00f6ren zusammen in der Gnade und dem Wirken Gottes. Darum taufen wir kleine Kinder, weil Gottes Gnade unabh\u00e4ngig von unserer glaubenden Zuwendung zu Gott von vorneherein und f\u00fcr immer wirksam ist.<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser, die Erinnerung an die Taufe Jesu m\u00f6ge uns die\u00a0Erinnerung an unsere eigene Taufe wach halten und uns in dem Vertrauen st\u00e4rken,\u00a0dass Gott\u00a0uns mit\u00a0seiner Liebe und Barmherzigkeit\u00a0immer\u00a0begleitet.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Helmut\u00a0Schwalbe,\u00a0Pfr.i.R.<\/p>\n<p>10. Januar 2021.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe\u00a0Leserinnen\u00a0und\u00a0Leser, als ich am Mittwoch \u00fcber \u201eZoom\u201c mit einigen aus der Gemeinde im Gespr\u00e4ch \u00fcber das Epiphanias Fest war, habe ich darauf hingewiesen, dass Epiphanias, das \u00e4lteste terminlich festgelegte Fest der Christenheit, als das Fest der erschienenen Herrlichkeit Gottes gefeiert &hellip; <a href=\"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/2021\/01\/10\/60\/\">Weiter<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":65,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60"}],"collection":[{"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64,"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60\/revisions\/64"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/neuen.evkikreta.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}